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Vernetzung im Übergangsmanagement –
KompetenzCentrum

 

Die Ausgangslage

 

Unterschiedliche Zuständigkeiten und gesetzliche Grundlagen haben in der Vergangenheit zu unzureichenden Hilfen für Entlassene geführt und dabei in Folge bei den Betroffenen Brüche im Integrationsprozess provoziert.
Dieser Umstand soll nun durch die Vernetzung aller am Prozess mitwirkenden Hilfeeinrichtungen vermieden werden.
Die enge Zusammenarbeit von unterschiedlichen Institutionen und Trägern innerhalb des KompetenzCentrums gewährleistet ein konzentriertes Angebot für entlassene Strafgefangene, das den Übergang in die Freiheit umfassend begleitet.


Das KompetenzCentrum, in Trägerschaft des Vereins Hoppenbank e.V. und des Förderwerks GmbH, angesiedelt im ehemaligen Pastorenhaus der JVA, ist ideal gelegen auf dem offenen Gelände der Justizvollzugsanstalt. Hier werden innovative, sowie bereits etablierte Hilfen für Straffällige unter einem Dach vereinigt, optimiert und entwickelt.


In vielen Fällen haben die Straffälligen nach der Entlassung erhebliche Startschwierigkeiten und können sich beruflich und sozial nicht wieder integrieren.


Die Gründe sind multiple Problemlagen:

  • Sucht und Suchtgefährdung
  • Gesundheitsrisiken
  • Fehlende schulische/berufliche Qualifikation
  • Lange Bezugszeiten von Arbeitslosengeld oder Sozialhilfe vor der Inhaftierung
  • Vorgenommene Qualifizierungen in der JVA münden nach der Haft wieder in Arbeitslosigkeit
  • Gefangene ohne Anschlussbeschäftigung haben weniger Chancen auf vorzeitige Entlassung zur Bewährung (§57 StGB)

 

Besonders vor diesem Hintergrund verspricht ein koordiniertes Vorgehen von unterstützenden, begleitenden und kontrollierenden Hilfesystemen direkt nach der Haft mehr Erfolg als die bisherige Herangehensweise.

 

Projektplan


Im Rahmen des Projektes KompetenzCentrum sind Trainings- und Arbeitsmaßnahmen vorgesehen oder die Kombination aus beiden Elementen. Das Angebot hilft das Leben der Betroffenen zu strukturieren, folglich wird eine soziale Stabilisierung initiiert und die Beschäftigungsfähigkeit der Teilnehmer erhöht. Die Beschäftigung mildert die erheblichen materiellen und psychosozialen Schwierigkeiten. Dem vorzeitigen Abbruch wird durch die umfassende Betreuung der Teilnehmer vorgebeugt.

 

Beteiligte Akteure

 

Im KompetenzCentrum realisiert sich ein Handlungsverbund verschiedener Institutionen und Träger aus dem Bereich Straffälligenhilfe. Die Teilnehmer sind:

  • Justizvollzugsanstalt (JVA)
  • Entlassungsvorbereitungspool (EVB)
  • Strafvollstreckungskammer (StVK)
  • Agentur für Arbeit (BA)
  • Bremer Arbeitsgemeinschaft für Integration und Soziales (BAgIS)
  • Bremer Arbeit GmbH
  • Soziale Dienste der Justiz
  • Förderwerk GmbH
  • Hoppenbank e.V.
  • Weitere Beteiligte

nach Bedarf werden Einrichtungen aus dem Drogenhilfesystem (Comeback GmbH) und zur Schuldnerberatung (Bremische Straffälligenbetreuung) u.a. integriert.

 

Der Modellcharakter

 

Bereits der Aufbau des KompetenzCentrums wurde als Beschäftigungsmaßnahme im Rahmen des ESF-Verbundprojektes Chance II realisiert.
Der bedarfsgerechte Umbau und die Renovierung des Objekts wurde durch 20 Integrationsstellen geleistet, besetzt von Haftentlassenen oder straffällig gewordenen Personen.
Darüber hinaus wurden zusätzlich Personen mit einer Ersatzfreiheitsstrafe zum Abarbeiten eingesetzt.
Neben den notwendigen Beratungs- und Sozialräumen entstanden auch Schulungsräume für die Teilnehmer der Beschäftigungs- und Qualifizierungsprojekte.
Dabei wurde dem Sicherheitskonzept der Anstalt bei allen Aktivitäten Rechnung getragen.
Nach der Fertigstellung des KompetenzCentrums sollen fortlaufende Beschäftigungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten für Straffällige installiert werden.
Perspektivisch ist auch der Bau einer Werkhalle auf dem Gelände geplant, um dauerhaft Beschäftigung, Qualifizierung und Abarbeiten von Geldstrafen durchführen zu können.


Das KompetenzCentrum beruht auf der Idee, eine systematische Verbindung von Vollzugsplanung und konkreter Planung der Wiedereingliederung des Gefangenen nach der Entlassung herzustellen. Diesbezüglich werden dann die erforderlichen Maßnahmen abgestimmt und umgesetzt.
Dieser innovative Ansatz vereinigt folglich kriminalpräventive und sozialintegrative Aspekte. Als Modellprojekt verkörpert das KompetenzCentrum den systematisch begleiteten Übergang von der Haft in die Freiheit und ist bundesweit vorbildlich anzusehen.
Die Angebote im Bereich der Straffälligenhilfe werden kontinuierlich weiterentwickelt und finden sich hier in konzentrierter Form im Übergangsmanagement wieder.


Die Vorteile auf einen Blick:

  • Verbesserte Erreichbarkeit für die Klienten durch Unterstützung direkt vor Ort
  • Strukturieren des Alltags der Betroffenen
  • Systematisieren von Hilfeleistungen
  • Erreichen der vorzeitigen Entlassung durch Anschlussperspektive
  • Bewahren und erweitern der in der Haft erworbenen Fähigkeiten
  • Vereinfachen der Wege für die zuständigen Berater
  • Verringern des Aufwandes für die Klienten und die Berater
  • Einsparen von Hafttagen
  • Reduzieren der Belegung in der JVA Bremen
  • Verstetigen von Hilfeleistungen für schwer vermittelbare Gruppen
  • Ausbauen der Kooperationsstrukturen
  • Entlastung der öffentlichen Kassen in allen Bereichen
  • Erhöhen der Wirkung der eingesetzten Mittel


KompetenzCentrum


Ansprechpartner:

Herr Hoyer  


Telefon 0421 - 69 96 549
Fax 0421 - 69 96 555

bhb.hoyer@onlinehome.de


Anschrift

Sonnemannstraße 6
D - 28237 Bremen


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