Vernetzung im Übergangsmanagement –
KompetenzCentrum
Die Ausgangslage
Unterschiedliche Zuständigkeiten und gesetzliche Grundlagen haben in der Vergangenheit zu unzureichenden Hilfen für Entlassene geführt und dabei in Folge bei den Betroffenen Brüche im Integrationsprozess provoziert.
Dieser Umstand soll nun durch die Vernetzung aller am Prozess mitwirkenden Hilfeeinrichtungen vermieden werden.
Die enge Zusammenarbeit von unterschiedlichen Institutionen und Trägern innerhalb des KompetenzCentrums gewährleistet ein konzentriertes Angebot für entlassene Strafgefangene, das den Übergang in die Freiheit umfassend begleitet.
Das KompetenzCentrum, in Trägerschaft des Vereins Hoppenbank e.V. und des Förderwerks GmbH, angesiedelt im ehemaligen Pastorenhaus der JVA, ist ideal gelegen auf dem offenen Gelände der Justizvollzugsanstalt. Hier werden innovative, sowie bereits etablierte Hilfen für Straffällige unter einem Dach vereinigt, optimiert und entwickelt.
In vielen Fällen haben die Straffälligen nach der Entlassung erhebliche Startschwierigkeiten und können sich beruflich und sozial nicht wieder integrieren.
Die Gründe sind multiple Problemlagen:
Besonders vor diesem Hintergrund verspricht ein koordiniertes Vorgehen von unterstützenden, begleitenden und kontrollierenden Hilfesystemen direkt nach der Haft mehr Erfolg als die bisherige Herangehensweise.
Projektplan
Im Rahmen des Projektes KompetenzCentrum sind Trainings- und Arbeitsmaßnahmen vorgesehen oder die Kombination aus beiden Elementen. Das Angebot hilft das Leben der Betroffenen zu strukturieren, folglich wird eine soziale Stabilisierung initiiert und die Beschäftigungsfähigkeit der Teilnehmer erhöht. Die Beschäftigung mildert die erheblichen materiellen und psychosozialen Schwierigkeiten. Dem vorzeitigen Abbruch wird durch die umfassende Betreuung der Teilnehmer vorgebeugt.
Beteiligte Akteure
Im KompetenzCentrum realisiert sich ein Handlungsverbund verschiedener Institutionen und Träger aus dem Bereich Straffälligenhilfe. Die Teilnehmer sind:
nach Bedarf werden Einrichtungen aus dem Drogenhilfesystem (Comeback GmbH) und zur Schuldnerberatung (Bremische Straffälligenbetreuung) u.a. integriert.
Der Modellcharakter
Bereits der Aufbau des KompetenzCentrums wurde als Beschäftigungsmaßnahme im Rahmen des ESF-Verbundprojektes Chance II realisiert.
Der bedarfsgerechte Umbau und die Renovierung des Objekts wurde durch 20 Integrationsstellen geleistet, besetzt von Haftentlassenen oder straffällig gewordenen Personen.
Darüber hinaus wurden zusätzlich Personen mit einer Ersatzfreiheitsstrafe zum Abarbeiten eingesetzt.
Neben den notwendigen Beratungs- und Sozialräumen entstanden auch Schulungsräume für die Teilnehmer der Beschäftigungs- und Qualifizierungsprojekte.
Dabei wurde dem Sicherheitskonzept der Anstalt bei allen Aktivitäten Rechnung getragen.
Nach der Fertigstellung des KompetenzCentrums sollen fortlaufende Beschäftigungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten für Straffällige installiert werden.
Perspektivisch ist auch der Bau einer Werkhalle auf dem Gelände geplant, um dauerhaft Beschäftigung, Qualifizierung und Abarbeiten von Geldstrafen durchführen zu können.
Das KompetenzCentrum beruht auf der Idee, eine systematische Verbindung von Vollzugsplanung und konkreter Planung der Wiedereingliederung des Gefangenen nach der Entlassung herzustellen. Diesbezüglich werden dann die erforderlichen Maßnahmen abgestimmt und umgesetzt.
Dieser innovative Ansatz vereinigt folglich kriminalpräventive und sozialintegrative Aspekte. Als Modellprojekt verkörpert das KompetenzCentrum den systematisch begleiteten Übergang von der Haft in die Freiheit und ist bundesweit vorbildlich anzusehen.
Die Angebote im Bereich der Straffälligenhilfe werden kontinuierlich weiterentwickelt und finden sich hier in konzentrierter Form im Übergangsmanagement wieder.
Die Vorteile auf einen Blick:
