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Arbeits/Ergotherapie in der JVA -
step by step

 

Konzept „Step by Step“

Vom 1.6.07 bis 30.9.08 wurde, gefördert von der europäischen Union, das Pilotprojekt „Step by Step“ vom Verein Hoppenbank e.V. im Jugendvollzug Bremen durchgeführt.

Die Maßnahme ist ab 2010 wieder im Jugendvollzug aufgenommen worden.

 

Zielgruppe

Jugendliche Straf- und Untersuchungsgefangene mit sozialen und /oder psychischen Verhaltensauffälligkeiten. Hierzu gehören Drogenabhängigkeit, ADHS, Psychosen, geringe Affektkontrolle, Gewaltbereitschaft, dissoziale Persönlichkeitsstrukturen, Lernbehinderung, Schulvermeidung etc.

Das Bildungsniveau der Zielgruppe ist in der Regel schlecht. Ein Schulabschluss ist nicht vorhanden und hohe Defizite im Lesen, Schreiben und Rechnen sind zu verzeichnen. Zusätzlich gibt es Sprach- und Verständigungsprobleme, da Deutsch oft nicht Muttersprache ist.

Neben dem geringem Leistungsniveau zeigt diese Gruppe der Insassen häufig erhebliche Verhaltensauffälligkeiten im Bereich der Sozialkompetenzen. Dies reicht von Gruppenunfähigkeit, Konzentrationsschwächen bis hin zu  Verweigerungshaltungen.

Der Gruppe fehlen häufig die kognitiven Fähigkeiten um planvoll und zielorientiert zu arbeiten. Im Schulunterricht und in den Arbeitsbetrieben der Vollzugsanstalt zeigen diese Insassen die gleichen Vermeidungsstrategien wie in der Regelschule. Sie stören, verweigern die Mitarbeit, fühlen sich überfordert und halten sich nicht an die Regeln.

 

Ziele der Maßnahme

In der Maßnahme „Step by Step“ sollen die oben beschriebenen Insassen ausgehend von ihrer persönlichen Problemlage im Bereich Basiskompetenzen durch Niedrigschwelliege, motivierende Lern- und Erfahrungsangebote individuell gefördert werden.

Die Maßnahme sollte grundlegende Arbeitsweisen einüben und die Jugendlichen befähigen, einen strukturierten Arbeits- oder Schultag zu bewältigen. Hierzu gehören insbesondere die Stärkung der Lernmotivation und Konzentrationsfähigkeit, der Erwerb von Lernstrategien, sowie die Förderung der sozialen Kompetenzen.

Des Weiteren sollten Sozialverhalten und Teamfähigkeit geübt werden. Störungen als solche sollten in der Maßnahme erkannt werden, um dann mit den Möglichkeiten, die eine arbeitstherapeutische Beschäftigung und eine sozialpädagogische Intervention bieten, diesen entgegen zu wirken.

 

Ziele der Maßnahme

 

• Erkennen der Defizite im Arbeitsverhalten durch einfache Tätigkeiten

• Individuelle Beschäftigung zur Aufarbeitung von Defiziten

• Sorgfältiger Umgang mit Werkzeugen und Materialien

• Schulung der Konzentration und des Durchhaltevermögens

• Förderung der Motivation durch interessante Projekte

• Vertrauensbildung zu Vorgesetzten

• Selbstkontrolle durch Vergleich von Soll- und Istleistung

• Pünktlichkeit

• Sauberkeit am Arbeitsplatz

• Sparsamer Umgang mit Materialien

• Arbeitsgerechte Kleidung

• Einhalten von Pausen

• Angemessene Umgangsformen mit Mitgefangenen und Vorgesetzten

• Fähigkeit zur Teamarbeit

 

Methoden zur Umsetzung der Ziele

Um die Ziele der Maßnahme um zusetzten ist eine Verknüpfung von arbeitstherapeutischen- und sozialpädagogischen Lehrangeboten sinnvoll.


Für die arbeitstherapeutischen Angebote sind einfache Holzarbeiten mit hohem Anforderungscharakter geplant und einfaches kreatives Gestalten wie z.B. Malen, Pappmache, einfache Bastelarbeiten etc.

Diese Tätigkeiten sind besonders für Insassen mit geringen manuellen Fähigkeiten geeignet. Für den Bereich kreatives Gestalten stehen noch Materialien aus der „Step by Step“ Maßnahme zur Verfügung.

Die Arbeitsinhalte sollten sich an den Fähigkeiten und Fertigkeiten der zukünftigen Maßnahmeleiter orientieren, solange arbeitstherapeutische Methoden und Ziele gewahrt bleiben.


Im sozialpädagogischen Angebot sollte ein soziales Training enthalten sein, das auf den Aufbau sozialer Kompetenzen ausgerichtet ist.

Das Lernfeld „Lesen, Schreiben und Rechnen“ soll angeboten werden. Besonders die Zielgruppe der Maßnahme weist erhebliche Defizite in diesen Kulturtechniken auf. Hierbei gilt die Vermittlung am Lernniveau der Zielgruppe zu orientieren.

Ein weiterer Schwerpunkt der sozialpädagogischen Arbeit wird Konfliktmanagment und Krisenintervention sein.

 

Ziele der Maßnahme sollten in Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern des Vollzuges abgestimmt werden und auf  jeden Insassen individuell abgestimmt sein.

Der Insasse ist in die Zielsetzung mit einzubeziehen.

 

Erfolgskriterien:

 

Über drei Monate pünktliche und zuverlässige Teilnahme

Fertigstellung eines oder mehrer handwerklicher Produkte

Nachvollziehbare Verbesserung der Lese - Schreib und Rechenfähigkeit

Reduzierung der Fehlverhaltensweisen

Nach der Maßnahme eine Teilnahme an einer Schulmaßnahme in der JVA oder in einem Arbeitsbetrieb der JVA

Oder einer berufsfördernden Maßnahme als Freigänger

Vermittlung in eine stationäre Drogentherapie

 

Rahmenbedingungen
Räume

Die Maßnahme findet im Jugendvollzug Bremen statt

Die Räume der ehemaligen Berufsorientierung könnten genutzt werden. Es steht ein großer Werkraum zur Verfügung, der mit Werkbänken und Werkzeug ausgestattet wird. Ein ehemaliger Computerraum kann als Schulraum genutzt werden.

 

Arbeitszeit Insassen

Analog der Schule, allerdings ohne einen freien Nachmittag

Arbeitzeit Insassen

Mo bis Do. 8:00 bis 12:30 und 13:00 bis 14:30    

Fr. 8:00 bis 12:30      

 

Anzahl Insassen

Es sollten 8 bis maximal 10  Insassen zugewiesen werden.

 

Aufnahmekriterien

Zuweisung erfolgt über den Zugang und/oder über die Vollzugsplankonferenz. 

 

Verweildauer

3 bis 6 Monate, nach Bedarf auch länger.

Da auch U-Gefangene zugewiesen werden, muss mit einer Fluktuation gerechnet werden.  

 

Personal

1 Arbeitstherapeut/in

1 Ergotherapeut/in

 

Durch die Besetzung der Maßnahme mit zwei Mitarbeitern/innen, kann die Gruppe zeitweise geteilt werden. Die Erfahrungen haben gezeigt, dass bei der schwierigen Klientel mit einer möglichst kleinen Lerngruppe die meisten Erfolge erzielt werden können.  

 

Das Projekt „step by step“ hat am 01.03.2010 begonnen und soll bis Ende 2012 laufen.

Gefördert wird das Projekt vom Senator für Justiz und Verfassung aus dem Programm „stopp der Jugendgewalt“.

 

 

 


Projekt Arbeits/Ergotherapie
in der JVA - step by step


Ansprechpartner:

Frau Blümel

Frau Rodefeld


Telefon 0421 - 361 173 42

andrea.rodefeld@jva.bremen.de


Anschrift

JVA-Bremen
Jugendvollzug
Sonnemannstraße 2
28239 Bremen


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